Konkrete Hilfe zur Arbeitszeitgestaltung

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Broschüre des vem.die  arbeitgeber  e.V.

Der Tarifabschluss 2018 für die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland ist ein Abschluss mit vielen Elementen. Neben den Entgeltfragen ging es insbesondere um Möglichkeiten der betrieblichen Arbeitszeitgestaltung. Seit Jahren bereits waren die Sozialpartner zu diesem Thema in intensivem Austausch. Anfang 2017 haben beide Seiten Umfragen zu den Bedarfen der Unternehmen und den Bedürfnissen der Beschäftigten durchgeführt, um ihre endgültigen Standpunkte und Forderungen für die Tarifrunde abzuleiten. Das Ergebnis der Tarifverhandlungen eröffnet nun weitreichende betriebliche Möglichkeiten für neue, moderne Arbeitszeitsysteme.

Betriebe können künftig deutlich mehr Arbeitszeitvolumen flexibler vereinbaren. Weiterhin kann auch den Beschäftigten mehr Zeitsouveränität ermöglicht werden. Arbeitszeitausweitung auf der einen Seite und individuelle Arbeitszeitreduzierung auf der anderen Seite in Einklang zu bringen, ist nicht ganz einfach.

Eine neue Informations-Broschüre von vem.die  arbeitgeber  e.V. und Pfalzmetall
greift diese Herausforderungen auf
und bietet anhand von Praxisbeispielen
Lösungen für die rheinland-pfälzischen Tarifgebiete an. Daneben gibt es hier praktische Erläuterungen zu den neuen Arbeitszeitmodellen und den Beantragungs- und Genehmigungsverfahren. Es werden praxistaugliche Modelle zum Umgang mit der verkürzten Vollzeit und den zusätzlichen freien Tagen nach Umwandlung des Tarifvertrag T-ZUG (A) aufgezeigt. Berechnungsinstrumente zum Download runden das Spektrum dieser Broschüre ab.


Zur Erinnerung:

Bei der Anwendung der in der Tarifrunde 2018 vereinbarten neuen Arbeitszeitregelungen haben beide Betriebsparteien (Geschäftsführung und Betriebsrat) für ein faires Miteinander in den Betrieben zu sorgen. Angesichts der hohen Zahl von Beschäftigten, die im kommenden Jahr acht zusätzliche Freistellungstage statt der jährlichen tariflichen Einmalzahlung von 27,5 Prozent eines Monats­entgelts wählen wollen, werden die
Betriebe in Rheinland-Pfalz erhebliche Umsetzungsprobleme haben. Dies gilt insbesondere für Schichtbetriebe. Der im Februar abgeschlossene Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie sieht ausdrücklich vor, dass Anträge von
Beschäftigten mit Kindern unter acht Jahren, von Angehörigen pflegender Mitarbeiter sowie von Schicht­arbeitern auf die Freistellungstage nur dann bewilligt werden können, wenn das fehlende Arbeitszeitvolumen durch Mehrarbeit anderer Beschäftigter ausgeglichen werden kann.

Was betrieblich machbar ist, werden die Unternehmen ermöglichen. Dabei soll die neue Broschüre die richtigen Tipps geben. Was an ausfallender Arbeitszeit nicht kompensiert werden kann, müssen die Unternehmen jedoch ablehnen. Die Organisation der im Tarifabschluss 2018 zugestandenen neuen Zeitsouveränität der Beschäftigten betrieblich zu organisieren, ist eine Herkulesaufgabe für Personalabteilungen und Vorgesetzte. Auch die Betriebsräte haben hier eine große Verantwortung, die betriebliche Kompensation zu gewährleisten.

Wird allerdings der betriebliche Ablauf durch zu viele Antragsteller gefährdet und müssten Anträge deshalb entweder abgelehnt oder auf spätere Zeiträume verschoben werden, erwarten die Unternehmen und die Arbeitgeberverbände auch die Unterstützung der IG Metall. Denn Unfrieden im Betrieb ist angesichts der vielen Zukunftsausgaben das „Letzte“, was wir brauchen können.