MINT-EC-Schüler/innen gewinnen Publikumspreis in Kobe/Japan

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Geschwisterpaar des Johannes-Gymnasiums erfolgreich bei der internationalen Super Science Highschool Students Fair (SSH)

Im Rahmen einer vom Verein MINT-EC und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall organisierten Reise gastierte eine insgesamt zehnköpfige deutsche Delegation bei der internationalen SSH im japanischen Kobe. Mit dabei waren die beiden aktuellen bzw. ehemaligen Schüler des Johannes-Gymnasiums Lahnstein, Klara und Ferdinand Krämer. Ferdinand Krämer ist derzeit beim vem.die  arbeitgeber  e.V.-Mitglied Stabilus beschäftigt.

Das Geschwisterpaar aus Weitersburg, bereits auf dem Bundeswettbewerb Jugend forscht mit ihrem Projekt „TIANE – ein offener Smart-Home-Sprachassistent“ erfolgreich prämiert, präsentierte auch in Kobe auf der SSH ihr inzwischen noch weiter entwickeltes Projekt und errang damit den Publikumspreis der insgesamt 218 u.a. aus China, den USA, Singapur, Indien, Malaysia, den Philippinen, Thailand, Taiwan und natürlich Japan angereisten Vertreter der Schulen. Der Publikumspreis ist der einzige Preis, den ausländische Schulen bei diesem mit über 2000 anwesenden Teilnehmern größten japanischen Wettbewerb im MINT-Bereich erlangen können. Die deutsche Delegation, die sich aus Vertretern von drei Gymnasien (mit je zwei Schülern und einem Betreuungslehrer) zusammensetzte, nutzte ihren insgesamt neuntägigen Aufenthalt – 2 ½ Tage waren dem Wettbewerb vorbehalten – auch für ein umfangreiches kulturelles Erleben von Japan. So wurden die Schüler aus Aschaffenburg, Lahnstein und Wuppertal auf ihren Exkursionen häufig von japanischen Schülerinnen begleitet, was dem Austausch und dem Kennenlernen der Kultur, Religion und der Lebensgewohnheiten der Japaner sehr förderlich war. Die u.a. vom Deutsch-Japanischen-Zentrum-Berlin perfekt organisierte, von der DEBEKA und der BOMAG GmbH/Boppard geförderte und vom Verein MINT-EC geleitete Fahrt, führte die Schüler/innen neben Kobe u.a. nach Himeji, Osaka und Kyoto.
„Der intensive Austausch, die Kommunikation und Präsentationen in englischer Sprache sowie die interkulturellen Erfahrungen machen dieses Projekt zu einem ganz besonderen prägenden Erlebnis für die Jungfoscher/innen“, meint Wolfgang Gollub, Vorstandsvorsitzender des MINT-EC, „die Auszeichnung durch das Publikum ist dabei das Sahnehäubchen“.
Die Schüler/innen stellten ihre Forschungsarbeiten in Kurzvorträgen auf Englisch vor. Anschließend prämierten die Besucher/innen ihre Favoriten mit „Good Job“-Stickern, wovon die beiden Teilnehmer/innen am meisten sammelten und sich somit den Sieg sicherten.
Mit ihrem Projekt „TIANE – Ein offener Smart-Home Sprachassistent“ gewannen die Geschwister bereits den 2. Platz im Bundeswettbewerb Jugend forscht in der Kategorie Mathematik/Informatik. Ihr Sprachassistent soll sich zu einer ernsthaften Open-Source-Alternative zu Lösungen wie Amazons Alexa entwickeln. Dank des offenen Quellcodes kann jederzeit überprüft werden, was mit den Nutzerdaten in der Software geschieht, wodurch ein enormer Vorteil hinsichtlich des Datenschutzes gegenüber der namhaften Konkurrenz gegeben ist.

Beeindruckten die ingenieurtechnischen und städtebaulichen Leistungen beim Besuch von Kobe oder dem Umeda-Sky-Building in Osaka (Empfang im deutschen Generalkonsulat), so blieben alle Teilnehmer spätestens nach dem Besuch des Erdbeben-Museums in Kobe, in welchem die beiden großen Erdbeben von 1995 (Kobe) und 2011 (im Meer vor Fukushima) mit ihren Folgen für die Bewohner des Landes sehr eindrucksvoll dargestellt wurden, nachdenklich zurück.

Den würdigen Abschluss dieser Exkursion bildete der Besuch der alten Kaiserstadt Kyoto. Standen zuvor andere Aspekte im Vordergrund, wurden dabei kulturelle und religiöse Aspekte erfahrbar. So nahmen die Schüler/innen an einem Lichterfest in einem shintoistischen Schrein und an einer Einführung in die Meditation in einem zen-buddhistischen Tempel teil. „Ich habe mir nicht vorstellen können, welche Fülle von Erfahrungen mir mein Engagement bei Jugend forscht bringen kann“, so resümierte Klara Krämer die eindrucksvolle Studienfahrt.